Geisteswissenschaft konkret – Universität Zürich
Im Rahmen der Initiative «Geisteswissenschaft konkret» der Universität Zürich habe ich vier Gespräche geführt. Die Grundfrage an die Interviewten war immer dieselbe: Wozu ist Ihre Forschung gut?

Wozu Literatur und wozu Literaturwissenschaft? Die Literaturwissenschaft hat sich grundlegend gewandelt: Aus der einstigen schöngeistigen Disziplin, die dem bildungsbürgerlichen Lesepublikum die ästhetischen Qualitäten der ‚Höhenkammliteratur‘ erklärte, ist eine Wissenschaft geworden, die sich mit allen Textformen und Textgattungen befasst – von Klassischer Literatur bis zu Rap-Lyrics und populären Serien. Was erzählen sich die Menschen über sich selber in ihren Geschichten, welche Vorstellungen von sich entwickelt eine Gesellschaft in ihren Sprachkonstrukten? Der Mensch lebt seinem Bewusstsein nach zu wesentlichen Teilen nicht in ‚harten‘ Fakten, sondern in seinen sprachlichen Entwürfen und Fiktionen: Diese zu analysieren und in ihren Leitstrukturen zu erhellen ist daher zu einer zentralen gesellschaftlichen Aufgabe der Literaturwissenschaft geworden. Beat Glogger ist Wissenschaftsjournalist, Daniel Müller Nielaba ist Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft

Religion als politisch relevanter Forschungsgegenstand? Wahlkämpfe mit religiöser Rückendeckung, lebensgefährliche Schuldzuweisungen an bestimmte religiöse Gruppen im Kontext von Covid-19 und religiöse Gewaltbereitschaft in vermeintlich säkularen Gesellschaften – Religion bietet nicht nur Potenzial für Lebenssinn und ethische Lebenspraxis. Nur fundiertes Wissen und Verstehen religiöser Kontexte ermöglicht Prävention und einen konstruktiven Umgang im Fall religiöser Konflikte. Dorothea Lüddeckens erforscht als Religionswissenschaftlerin ohne religiöse Brille religiöse Sachverhalte in Büchern und Twitternachrichten, vor allem aber hört sie Menschen zu.

Wozu Literatur und wozu Literaturwissenschaft? Die Literaturwissenschaft hat sich grundlegend gewandelt: Aus der einstigen schöngeistigen Disziplin, die dem bildungsbürgerlichen Lesepublikum die ästhetischen Qualitäten der ‚Höhenkammliteratur‘ erklärte, ist eine Wissenschaft geworden, die sich mit allen Textformen und Textgattungen befasst – von Klassischer Literatur bis zu Rap-Lyrics und populären Serien. Was erzählen sich die Menschen über sich selber in ihren Geschichten, welche Vorstellungen von sich entwickelt eine Gesellschaft in ihren Sprachkonstrukten? Der Mensch lebt seinem Bewusstsein nach zu wesentlichen Teilen nicht in ‚harten‘ Fakten, sondern in seinen sprachlichen Entwürfen und Fiktionen: Diese zu analysieren und in ihren Leitstrukturen zu erhellen ist daher zu einer zentralen gesellschaftlichen Aufgabe der Literaturwissenschaft geworden. Beat Glogger ist Wissenschaftsjournalist, Daniel Müller Nielaba ist Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft

Wie gestalten Jugendliche ihre Textnachrichten und hat dies Auswirkungen auf ihr Schreiben in der Schule? Welche Funktion haben Emojis? Wie verändert sich unser kommunikativer Alltag, wenn wir ständig am Handy sind? Wie viel grammatische Variation gibt es im Deutschen und wo kann man sich auf anschauliche Weise darüber informieren?
Christa Dürscheid gibt im Gespräch mit Beat Glogger Einblicke in ihre Forschungen zur digitalen Kommunikation und zu den vielen Facetten der Gegenwartssprache. Sie zeigt auf, wie dynamisch die deutsche Sprache ist und welchen Beitrag die germanistische Sprachwissenschaft zur Analyse des alltäglichen Sprachgebrauchs leisten kann.